Breitbandversorgung in Steinhagen
Generell wird man in der Zukunft wesentlich höhere Geschwindigkeiten für eine Mindestversorgung als notwendig ansehen.
Ausgangssituation in Steinhagen
Gespräche mit Anbietern von Breitbandzugängen
Der in Deutschland am häufigsten genutzte Breitbandeinstieg ist das auf die bereits vorhandene Telefonleitung (oft auch als Kupferdoppelader oder CuDA bezeichnet) aufgesetzte DSL. Insbesondere in Brockhagen sind bereits viele DSL-Anschlüsse vorhanden, allerdings mit sehr geringer Bandbreite. Daher hat die Gemeinde Steinhagen mit verschiedenen Anbietern gesprochen, um einen Ausbau in Brockhagen zu erreichen. Leider konnte bisher kein positives Ergebnis verbucht werden.
Alternativen
Mobilfunknetz
Recht unterschiedlich zeigt sich die Versorgungssituation in Brockhagen in Bezug auf die Versorgung durch die Mobilfunknetze. Bei günstigen Verhältnissen (geringe Entfernung zum Sendemast, geringe Anzahl an aktiven Nutzern) erreicht UMTS mit HSDPA durchaus den derzeitigen DSL -Standard. Wie auch bei der Alternative Satellit, gibt es im Mobilfunknetz meistens keine echten Flatrates, sondern es erfolgt nach dem Erreichen eines bestimmten Datenvolumens eine Drosselung der Downloadgeschwindigkeit.
Seit 2011 wird in Deutschland die neue Mobilfunktechnologie LTE als Nachfolger des UMTS-Standards ausgebaut. Diese auch als 4G bezeichnete Technologie ermöglicht höhere Bandbreiten und größere Reichweiten. Gerade für weiße Flecken in der Breitbandkarte wie Brockhagen und dem ländlichen Raum soll LTE eine sichere Lösung darstellen.
Verfügbarkeit von LTE:
Vodafone: In Brockhagen (Sendemast Horststraße) soll die Freigabe von LTE bevorstehen. In der offiziellen Netzkarte von Vodafone ist eine Verfügbarkeit noch nicht erkennbar ( http://www.vodafone.de/privat/hilfe-support/netzabdeckung.html ). Herr Christiansen vom Vodafone-Shop in Gütersloh bietet einen Messwagen-Service an. Er nimmt einen kostenlosen Verfügbarkeitscheck bei interessierten Haushalten vor und kann dann konkrete Aussagen zur Verfügbarkeit von LTE / UMTS machen. Herr Christiansen ist über die Telefonnummern 05241 8677936 oder 0174 9201000 erreichbar.
Telekom: Auch in den offiziellen Verfügbarkeitskarten der Telekom ( http://www.t-mobile.de/funkversorgung/inland/) findet sich noch keine LTE-Verfügbarkeit. Ein Ausbau auf LTE soll aber beabsichtigt sein.
O2 bzw. E-Plus: Soweit bekannt, bieten O2 und E-Plus derzeit noch kein LTE an.
SDSL
Für Geschäftskunden bieten die meisten Anbieter auf die Kupferdoppelader aufsetzende synchrone DSL-Anschlüsse (SDSL) an, die auch in den unterversorgten Gebieten mit ansprechenden Bandbreiten zur Verfügung stehen. Die recht hohen Preise machen diese Anschlüsse für kleinere Firmen und Privatkunden allerdings unattraktiv.
Kabelfernsehnetz
Die Möglichkeit der Breitbandversorgung über ein Kabelfernsehnetz ist in den unterversorgten Gebieten derzeit nicht vorhanden. Ausbaupläne sind auch nicht bekannt.
Satellit
Eine funktionierende Alternative stellt Internet via Satellit dar. Es ist jedoch festzustellen, dass zum einen recht hohe Ausrüstungskosten und zum anderen hohe Latenzzeiten (die Zeit, die das Signal vom Anschlußinhaber über den Satelliten zur Bodenstation und zurück benötigt) diese Alternative für viele Nutzer uninteressant machen, da gerade hohe Laufzeiten Echtzeitanwendungen wie Internettelefonie, Videokonferenzen oder Onlinespiele nahezu unmöglich machen. Weiterhin ist die Übertragungskapazität der Satelliten beschränkt, dadurch variiert der Datendurchsatz je nach Uhrzeit (Anzahl der Nutzer) sehr stark. Aus der begrenzten Übertragungskapazität resultieren auch die eingeschränkten Flatrates (fair use policy). Nach dem Erreichen eines vorher festgelegten Datenvolumens wird die Downloadgeschwindigkeit gedrosselt.
Der europäische Konzern "Eutelsat" hat am 27.12.2010 den Satelliten "KA-SAT" in eine Umlaufbahn geschossen. Durch diesen Satelliten werden geringere monatliche Kosten bei höheren Bandbreiten erwartet. Das Problem der hohen Laufzeiten der Signale vom Boden zum Satelliten und zurück wird allerdings bestehen bleiben. Weitere Informationen finden sich u. a. bei Spiegel-Online und ganz aktuell (01.03.2011) bei heise-online.
Vorgehen der Gemeinde Steinhagen
Die umliegenden Kommunen haben ähnliche Herausforderungen in ihren unterversorgten Gebieten zu bestehen. Daher steht die Gemeinde Steinhagen in regem Austausch mit dem Kreis Gütersloh und den kreisangehörigen Städten und Gemeinden. Seit der Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte ist es grundsätzlich Aufgabe der Telekommunikationsanbieter die Lücken in der Breitbandversorgung zu schließen. Die Kommunen dürfen im Rahmen der Europäischen Beihilfevorschriften nur sehr eingeschränkt tätig werden.



